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Wirkungsmodelle von Medien

Wie mediale Gewalt auf den/die BetrachterIn wirkt, ist nicht eindeutig zu klären und wissenschaftlich umstritten. Es kann zum einen nicht mit vollkommener Sicherheit angenommen werden, dass dargestellte Gewalt in Medien zu einer Nachahmung bei den ZuseherInnen führt, denn der Einfluss von Medien auf Menschen besitzt komplexe Wirkungsmechanismen. Auf der anderen Seite kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass die Wahrnehmung von Gewalt in Medien keine Folgen hätte. Einerseits werden dadurch Strukturen im menschlichen Bewusstsein geprägt, die dann in der Gesellschaft als normale Gewaltverhältnisse vermittelt werden und gelten. Zudem stoßen gerade Informationssendungen auf sehr hohe Akzeptanz und Glaubwürdigkeit bei den ZuseherInnen und hinterlassen dadurch eine nicht zu unterschätzende Wirkung nicht nur auf das Wissen, sondern auch auf die psychische Verfassung der ZuseherInnen.

Viel wichtiger als das Verbot von Gewaltdarstellung in den Medien ist es, Einstellungen gegenüber Gewalt und deren Ursachen zu hinterfragen sowie Anregungen zu geben, wie man mit Gewalt und Aggression bei sich selbst und in Beziehung mit anderen umgehen kann.

Es gibt unterschiedliche Thesen darüber, inwiefern uns Gewalt in Medien beeinflussen kann:

  • Die Kartharsisthese: Diese These geht auf die Dramentheorie von Aristoteles zurück und unterstellt, dass der Anblick von Bildern der Gewalt eine reinigende Wirkung habe. Die Neigung, selbst Gewalt auszuüben, wird durch das Erleben fiktiver Gewalt in Medien verringert.
  • Die Inhibitionsthese: Zwar regt die gezeigte Gewalt in den Medien dazu an, selbst Gewalt auszuüben, jedoch wird diese vor vermeintlicher Angst vor Bestrafung der Eltern nicht umgesetzt. 
  • Die Imitationsthese: Diese These geht zurück auf Untersuchungen von Albert Bandura und besagt, dass Gewalt in Medien provozierend wirkt und zur Nachahmung anregt. Gewaltdarstellungen führen demnach zu Nachfolgetaten. Vor allem bei Kindern wurden entsprechende Handlungen beobachtet.
  • Habitualisierungsthese: Die permanente Überflutung von Gewalt in Medien führt zu Gewöhnung und Abstumpfung.
  • Kultivationsthese: Der hohe Konsum von Medien führt bei dem/der ZuseherIn zu einer verzerrten Sicht der gesellschaftlichen Realität.
  • These von der bedingten Wirkung des Fernsehens: Nicht die Medien sind unmittelbar der Auslöser für gewalttätige Bereitschaft. Der hohe Konsum führt zu einer Desensibilisierung des Zusehers. Dadurch werden humane und ethische bzw. gesellschaftliche Normen abgebaut.
(red)

Links und Lesetipps

Mediengewalt

Christian Büttner, Joachim von Gottberg, Magdalena Kladzinski (Hg.) (2005): Krieg in Bildschirmmedien. Zur politischen Orientierung Jugendlicher zwischen Inszenierung und Wirklichkeit. München: Kopaed.

Quellen

Institut für Friedenspädagogik Tübingen (abgerufen am 12.11.07)

Christian Hörburger (1996). Krieg im Fernsehen. Didaktische Materialien und Analysen für die Medienerziehung. Tübingen: Verein für Friedenspädagogik Tübingen.

Bildquelle: http://www.sxc.hu/photo


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