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Weltbank

Die Gründung der Weltbank wurde 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen in Bretton Woods beschlossen. Ihr ursprünglicher Zweck war die Finanzierung des Wiederaufbaus der im Zweiten Weltkrieg verwüsteten Staaten. Sitz der Weltbank ist Washington (USA).

Die Weltbank umfasst die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD/World Bank) und die Internationale Entwicklungsorganisation (International Development Association = IDA).

Wirtschaftsförderung

Kernaufgabe der Weltbank ist die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung von weniger entwickelten Mitgliedsländern durch Beratung und finanzielle Hilfen. Die Weltbank soll damit zur Realisierung der internationalen Entwicklungsziele beitragen. Eines dieser Ziele ist es, den Anteil der Armen an der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2015 um die Hälfte zu reduzieren.

Kredite

Die Unterstützung geschieht hauptsächlich durch den Transfer finanzieller Ressourcen in Entwicklungsländer. Die Weltbank gewährt finanzielle Hilfen durch die Vergabe von langfristigen Darlehen zu günstigen Konditionen (World Bank) bzw. von zinslosen, langfristigen Krediten (IDA).

Development Committee

Auf Wunsch der Entwicklungsländer wurde 1974 das Development Committee gegründet – ein Ministerausschuss, der Weltbank und IWF über die Vergabe von Darlehen und Krediten an Entwicklungsländer berät . Das Development Commitee bezieht die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den jeweiligen Ländern, aber auch Fragen des Handels und des globalen Umweltschutzes in seine Beratungen mit ein.

World Development Report

Der sogenannte World Development Report, ein jährlich von der Weltbank herausgebener Weltentwicklungsbericht, widmet sich jeweils einem für die aktuelle Entwicklungsdiskussion bedeutsamen Thema. Detaillierte Analysen dieses Themas dienen als Grundlage für Anstöße und neue Herangehensweisen in der Entwicklungszusammenarbeit.

Privatisierungen

Eine zentrale Strategie der Weltbank betrifft das so genannte Private Sector Development (PSD). In diesem Zusammenhang soll die Privatisierung in Entwicklungsländern vorangetrieben werden. Auch die Vergabe von Darlehen und Krediten ist an entsprechende Reformen zur Herstellung privater Infrastruktur geknüpft. Die Weltbank argumentiert, dass öffentliche Unternehmen Wettbewerb und damit Entwicklung verhindern würden.

Strukturanpassungsprogramme

Die sogenannten Strukturanpassungsprogramme (SAP) von Weltbank und IWF sind wirtschaftliche Maßnahmen in Ländern, die als Bedingungen für die Vergabe von Krediten oder den Schuldenerlass verlangt werden.

Präsidenten der Weltbank

Traditionell nominieren die USA den Präsidenten der Weltbank, während der Vorsitzende des Internationalen Währungsfonds von Europa gestellt wird. Von Juni 1995 bis Mai 2005 war James David Wolfensohn Präsident der Weltbank. Paul Wolfowitz, ehemaliger politischer Berater von George W. Bush, Vizeverteidigungsminister unter Donald Rumsfeld und einer der Drahtzieher des Irakkrieges, war von Juni 2005 bis Juni 2007 Präsident der Weltbank. Er musste seinen Posten wegen einer Korruptionsaffäre vorzeitig abtreten. Sein Nachfolger Robert Zoellick ist ebenfalls dem Lager der Neokonservativen rund um George W. Bush zuzurechnen.

Stimmverteilung

Die Stimmrechte sind nach Anteilseigentum verteilt. Die USA sind mit 16,39 % stimmenstärkste Nation, gefolgt von Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien (Stand 7. September 2004).

Kritik

  • Kritik schürt die Förderung von Großprojekten wie Staudämmen oder Pipelines seitens der Weltbank. Diese Projekte dienen häufig den Eigeninteressen von Konzernen aus den Industrieländern sowie den Eliten in den Entwicklungsländern. Für die ansässige Bevölkerung und die Umwelt hat diese Förderpraxis verheerende Folgen. Die Weltbank verhindert damit nachhaltige Entwicklung.
  • Vor allem in Südamerika und in Afrika werden viele staatliche Betriebe auf Druck der Weltbank hin privatisiert und Handelshemmnisse abgebaut. Ausbeutung von Beschäftigten und Rohstoffen, Umweltzerstörung durch internationale Konzerne und Ruinierung von einheimischen Bauern/Bäuerinnen und Betrieben durch subventionierte Importe sind die Folgen dieser neoliberalen Politik. Während vorgeblich die Reduzierung der Armut eines der Ziele der Weltbank ist – "Working for a World Free of Poverty" (http://www.worldbank.org) – trägt die Weltbank nicht selten zu ihrem Gegenteil bei.
  • Die außenpolitische Ziele der USA beeinflussen die Politik der Weltbank maßgeblich. Autoritäre Regime (das diktatorische Regime in Argentinien unter General Jorge Videla, die Militärdiktatur Augusto Pinochets in Chile usw.) wurden auch von der Weltbank unterstützt. (red)

Quellen und Lesetipps:

Wikipedia: Weltbank (abgerufen am 4.1.2010)

www.worldbank.org (abgerufen am 4.1.2010)

Bild: Wikipedia (abgerufen am 4.1.2010)

Christian Felber. 50 Vorschläge für eine gerechte Welt. Gegen Konzernmacht und Kapitalismus. Deuticke Verlag, Wien 2006


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