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Vertrauensbildende Maßnahmen

Am Beispiel:

KSZE

Ein wichtiger Schritt im Prozess der Spannungsreduktion ist die Vertrauensbildung. In Konflikten zwischen Individuen, Gruppen oder Staaten unterteilt sich der Prozess der Vertrauensbildung in unterschiedliche Phasen.

Die Spannungsintensität hängt von zwei Faktoren ab:

  1. Je größer die inhaltliche Positionsdifferenz ist, umso größer ist die Spannungsintensität.
  2. Je negativer die Wahrnehmung der Beziehung zueinander ist, umso größer ist die Spannungsintensität.

Wenn die Spannungsintensität zunimmt, wird auch die Wahrscheinlichkeit für gewaltsame Entladungen höher. Deswegen ist die frühzeitige Spannungsreduktion von Bedeutsamkeit. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei die Gefühlsaspekte Vertrauen und Misstrauen ein.

Um sich mit vertrauensbildenden Maßnahmen  beschäftigen zu können, muss der Begriff inhaltlich geklärt und abgegrenzt werden.

Vertrauen als Erwartung. Ein Minimum an Vertrauen besteht, "wenn Person A in einer bestimmten Situation das Verhalten von Person B vorhersagen kann und umgekehrt."

Wenn ich einer Person in der Kirche bei der Kommunion zusehe, kann ich davon ausgehen, dass diese Person nach der Hostiengabe "Amen" sagt und nicht vor dem Pfarrer einen "Burzelbaum" schlägt oder lautstark zu jubeln anfängt. Durch unsere Sozialisation erwirbt man die kulturspezifisch wichtigen Normen- und Wertesysteme, die zu einer reziproken "Generalisierung von  Erwartungen" führt.

Vertrauen als Verlässlichkeit. Die generalisierten Erwartungen werden nicht nur zwischen FreundInnen, sondern ebenso unter Fremden oder GegnerInnen aufgebaut. Vertrauen geht in diesem Fall mit Verlässlichkeit und Berechenbarkeit einher. Wenn das zukünftige Verhalten eines/einer Gegners/Gegerin nicht eingeschätzt werden kann, führt dies zu Unsicherheit und Angst. Folglich intensiviert sich die Spannung zwischen den Konfliktparteien.

Die Spannungsreduktion tritt dann ein, wenn die Verlässlichkeit und Berechenbarkeit zwischen den Konfliktparteien im Wachsen begriffen ist. Erwartung und Verlässlichkeit bilden somit Grundbedingungen für den Aufbau von Vertrauen und führen folglich zur Spannungsreduktion. (red)

 Quellen und Links

Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (abgerufen am 30.12.2009)

Wissenschaft & Frieden (abgerufen am 30.12.2009)

Gert Sommer, Albert Fuchs:. Krieg und Frieden. Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie. Weinheim, Basel, Berlin: Beltz-Verlag, 2004.

Bildquelle: www.sxc.hu


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