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Versöhnungsprojekte

Der Hauptansatz der Versöhnungsarbeit liegt in der Förderung von persönlichem Kontakt zwischen zwei oder mehreren Konfliktparteien als Weg, um Spannungen abzubauen. Bei Versöhnungsprojekten geht es um Vertrauensbildung, Abbauen von Vorurteilen und die Bereitschaft, die Sichtweise des jeweils "anderen" anzuerkennen. Es geht aber immer auch darum, sich seiner eigenen Identität bewusst und sicher zu werden.

 

Am Beispiel: Corrymeela in Nordirland

Die Corrymeela Community in Nordirland wurde 1965 von Ray Davey, einem presbyterianischen Geistlichen, gegründet. Wenige Jahre nach der Entstehung von Corrymeela begann sich der Nordirland-Konflikt gewaltsam zu entladen. Corrymeela bedeutet "Hügel der Harmonie" und ist eine christliche Gemeinschaft, deren Hauptanliegen in der Versöhnung zwischen den Konfliktparteien in Nordirland liegt. Die Vision von Corrymeela ist eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt und in gegenseitigem Respekt leben können und Konflikte im Dialog gelöst werden.

Die Gemeinschaft versteht sich als offen für Menschen jeglichen Glaubens oder ohne Glauben und für Menschen aller sozialen Gruppen. Von großer Bedeutung ist, dass Corrymeela ein Zentrum von und für beide Traditionen, aber von den offiziellen politischen und religiösen Institutionen unabhängig ist. Die Programme von Corrymeela konzentrieren sich auf verschiedene Gruppen (z. B. ehemalige Gefangene), Jugendliche, Familien, Schulen und auf Fragen des Glaubens. Die Gemeinschaft betreibt zwei Wohnzentren in Ballycastle und Knocklayd sowie ein Verwaltungszentrum in Belfast.

In der Praxis der Versöhnungsarbeit hat Corrymeela Pionierarbeit geleistet. Der Hauptansatz, der hier verfolgt wird, liegt in der Förderung von persönlichem Kontakt zwischen Menschen unterschiedlichen Hintergrunds als Weg, um Spannungen abzubauen. Die Gemeinschaft bietet für Individuen und Gruppen die Möglichkeit, sich in einem sicheren Raum, abseits des Alltags, zu begegnen. Dort können Erfahrungen ausgetauscht, unterschiedliche Perspektiven wahrgenommen und alternative Wege aus der Gewalt gesucht werden. Um Vertrauensbildung, das Abbauen von Vorurteilen und die Bereitschaft, die Sichtweise des jeweils "anderen" anzuerkennen, möglich zu machen, geht es zunächst aber immer auch darum, sich seiner eigenen Identität bewusst und sicher zu werden.

Ziel ist in weiterer Folge dann auch, dass die Menschen Fragen von Versöhnung und Gemeinschaftsbeziehungen in ihren eigenen Gruppen und Gemeinden weiterverfolgen.

Ein Projekt von Corrymeela, um den Dialog zwischen Familien auf beiden Seiten der sogenannten "Peace Wall" (einer Mauer, die durch einen Teil Belfasts verläuft) zu fördern, war die "feelings box". Jede/r konnte ein Wort, das beschreibt, wie es ist, neben dieser Mauer zu wohnen, auf einen Zettel schreiben und in die Box werfen. Danach wurde alles vorgelesen und es stellte sich heraus, dass es nur wenige Unterschiede in den Ideen und Gefühlen der Menschen auf beiden Seiten gab. (vg)

Quellen und Lesetipps:

www.corrymeela.org

Wikipedia: Corrymeela Community

Erin Beary: Corrymeela, a Community of Forgiveness. 2001.

ECCP: People Building Peace. 35 Inspiring Stories from Around the World. Netherlands: International Books, 1999.

Ray Davey: A Channel of Peace. The Story of the Corrymeela Community. London: Marshall Pickering, 1993.

John Morrow: Journey of Hope. Sources of the Corrymeela Vision. Belfast: The Corrymeela Press, 1995.


Sponsoren Bundesministerium für Bildung und Frauen Stadt Salzburg Land Salzburg Berghof Foundation Elfi-Gmachl-Stiftung Youth in Action - Jugend in Aktion