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Traumatisierung

 Zum Beispiel: "Amir" – Verfolgung Homosexueller in Iran

Amir stammt aus Shiraz, einer Millionenstadt im Südwesten Irans. Sein Vater fiel im Krieg gegen den Irak, er wurde seitdem als ein Märtyrer betrachtet. Amir fand schon in früher Kindheit heraus, dass er homosexuell ist, es gelang ihm aber, das vor seiner Familie und seinen Verwandten geheim zu halten. Vor vier Jahren wurde er erstmals aufgrund dieses Umstandes inhaftiert, als die iranische Sittenpolizei eine private Party stürmte und alle Gäste schlug und verschleppte. 

Amir sollte als dritter verhört werden, leugnete seine Homosexualität erst, wofür er verprügelt wurde. Als er sagte, dass sein Vater ein Märtyrer gewesen ist, wurde er nur noch härter geschlagen – vermutlich, weil die Polizisten glaubten, dass er nun sogar das Blut eines Märtyrers befleckte.

Zur selben Zeit wurde der gesamte Besitz des Informatikstudenten beschlagnahmt. Fürs erste aber wurde er gegen eine hohe Geldstrafe wieder in die Freiheit entlassen.

Ein Jahr später, Amir surfte in einem Schwulen-Chatroom, wurde er von einer Person dort angeschrieben, teilte dieser aber mit, dass er nicht sein Typ war. Kurz darauf meldete sich jemand anderer, der Amirs Vorstellungen genau entsprach. Beide verabredeten sich noch für denselben Tag. Ein Spaziergang war geplant, um sich besser kennenzulernen. Doch schon wenige Sekunden nachdem sich beide gemeinsam auf den Weg gemacht hatten, spürte Amir eine Hand auf seiner Schulter: es war die eines Agenten der Sittenwächter. Es stellte sich heraus, dass Polizisten regelmäßig die Chatrooms durchforsten, um ganz gezielt Homosexuelle zu entlarven.

Unter Folter und Androhung von Vergewaltigung gestand Amir schließlich, dass er schwul ist. Dann wurde er solange geschlagen, bis er das Bewusstsein verlor.

Nach dieser zweiten Verhaftung änderte sich alles in Amirs Leben. Immer wieder wurde er von Agenten heimgesucht. Ständig wurde er überwacht und immer wieder für kurze Zeit eingesperrt und misshandelt. Irgendwann entschied er sich zu fliehen, was ihm schließlich auch gelang.

Als er kurz danach über seine eigenen Zukunft sprach, meinte er:

"The situation of gays in Iran is dreadful. We have no rights at all. They would beat me up and tell me to confess to things I hadn’t done, and I would do it. The gays and lesbians in Iran are under unbelievable pressure -- they need help, they need outside intervention. Things are really bad. Really bad! We are constantly harassed in public, walking down the street, going to the store, going home ... anywhere and anywhere, everyone, everyone! One of my dear friends, Nima, committed suicide a month ago in Shiraz. He just couldn’t take it anymore. I don’t know what’s going to happen to me. I’ve run out of money. I don’t know what to do. I just hope they don’t send me back to Iran. They’ll kill me there." 

Was bleibt, ist ein junger und traumatisierter Mensch. Ein Homosexueller, der in einem Land leben musste, in dem es angeblich keine Homosexuellen gibt.     (red)

Links und Lesetipps

Homosexuelle Flüchtlinge aus Iran und Asyl in Deutschland (PDF)

LGBT-Netzwerk

Quellen

Bericht von Amnesty zum Thema

Bildquelle: www.sxc.hu


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