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Verbot von Diskriminierung jeglicher Art

Artikel 2: Jeder Mensch hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeine Unterscheidung.

Am Beispiel: Syrien

Im Unterschied zum Irak und zur Türkei hat sich die Menschenrechtslage der KurdInnen in Syrien weiter verschlechtert. Ein Jahr nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen KurdInnen und AraberInnen in Syrien sind mindestens fünf inhaftierte Kurden an den Folgen von Folter und Misshandlung gestorben. Mindestens sechs kurdische Wehrpflichtige sind unter zweifelhaften Umständen zu Tode gekommen.

Im März 2004 war es in der Stadt Qamishli im überwiegend von KurdInnen bewohnten Nordosten Syriens zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen arabischen und kurdischen Fußballfans gekommen. Mindestens 36 syrische KurdInnen starben, die meisten durch syrische Sicherheitskräfte. Mehr als 2.000 Menschen, zumeist KurdInnen, wurden festgenommen. In Haft wurden viele Menschen gefoltert und misshandelt, darunter Kinder und ältere Menschen. Dutzende kurdische StudentInnen wurden der Universität verwiesen. Auf MenschenrechtsverteidigerInnen, die für eine Verbesserung der Lage der KurdInnen eintreten, warten häufig Gefangenschaft, Folter und unfaire Prozesse. 15 KurdInnen sind vergangenen Monat wegen Beteiligung an den Protesten nach unfairen Prozessen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

"Die Vorfälle vom März 2004, insbesondere die Vorwürfe von unrechtmäßigen Tötungen und Folter, müssen endlich untersucht werden", so Heinz Patzelt, Generalsekretär von ai-Österreich. "Die syrische Regierung muss endlich aufhören, die Kurden ihres Landes systematisch zu diskriminieren."

Die Zahl der KurdInnen in Syrien wird auf 1,5 bis 2 Millionen geschätzt. Sie bilden die zweitgrößte ethnische Gruppe des Landes nach den AraberInnen. Der Gebrauch der kurdischen Sprache in Syrien ist weitgehend verboten. Mehreren hunderttausend KurdInnen wird die syrische Staatsbürgerschaft verwehrt. Das erschwert den Betroffenen den Zugang zu Bildungswesen, Arbeitsmarkt oder Gesundheitsversorgung erheblich. (bb)

Links und Lesetipps

ai zu Syrien, 10. März 2005: Kurden als Menschen zweiter Klasse

ai Österreich – www.amnesty.at

Human Rights Watch – hrw.org/german

UNO – www.un.org

Komitee für Demokratie und Grundrechte

Bildquelle: www.sxc.hu

DVD: Anna, Amal & Anousheh. Mädchen zwischen Rollenmustern und Selbstbestimmung. 160min. Filme für eine Welt/BAOBAB/EZEF/alliancesud 2007. zu entlehnen bei: www.baobab.at


Sponsoren Bundesministerium für Bildung und Frauen Stadt Salzburg Land Salzburg Berghof Foundation Elfi-Gmachl-Stiftung Youth in Action - Jugend in Aktion