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Terrorismus-Definition

Seit dem 11. September 2001 ist der Begriff des Terrorismus allgegenwärtig und verankert sich durch immer wiederkehrende, verheerende Attentate tief in unserem Bewusstsein.

Der Begriff wird vom lateinischen Ausdruck terrere abgeleitet, was soviel wie (er)schrecken bedeutet. Seit der Französischen Revolution (1789–1799) wird Terrorismus als Bezeichnung politischer Feinde und zur Ächtung ihrer Methoden verwendet. Über das französische terreur gelangte es in den deutschen Wortschatz.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Terror und Terrorismus: Unter beiden versteht man die systematische Verbreitung von Furcht und Schrecken. Jedoch gilt Terror als Bezeichnung für staatliche Schreckensherrschaft ("Terror von oben") gegen BürgerInnen oder oppositionelle Gruppen, während unter Terrorismus der Angriff auf die Machtausübenden ("Terror von unten") verstanden wird.

Definitionsversuch 

Trotz vieler Bemühungen konnte bisher noch keine staatenübergreifende Definition für Terrorismus gefunden werden. Das US-Außenministerium definiert "Terrorismus" unter anderem als "vorsätzliche politische Gewaltakte gegen Nicht-Kämpfer ("noncombatant") durch nicht-staatliche Gruppen oder Geheimagenten".  Akte politischer Gewalt gegen Nicht-Kombattanten durch militärische Einheiten fallen nach dieser Definition nicht unter den Terrorismusbegriff.

Noam Chomsky versteht Terrorismus als "kalkulierte Anwendung oder Androhung von Gewalt, um Ziele zu erreichen, die ihrem Wesen nach politisch, religiös oder ideologisch sind. Das geschieht durch Einschüchterung, Zwang oder die Verbreitung von Furcht."  Herfried Münkler beschreibt Terrorismus als eine spezifische Form der Gewaltanwendung, die vor allem auf die indirekten Folgen der Gewaltanwendung, besonders auf die psychischen Effekte, abzielt. Die materiellen Schäden finden wenig Beachtung und militärische Konfrontationen werden vermieden, da Terroristen einer solchen in keiner Weise gewachsen wären. Die Verbreitung von Schrecken und Angst ist das Hauptziel.

Kennzeichen 

Terroristische Aktionen sind durch ihre Unvorhersehbarkeit und Unkontrollierbarkeit gekennzeichnet, wodurch die alltägliche Sicherheit und Normalität in Frage gestellt wird. Diese allgemein negativ besetzte Gewaltform beinhaltet folgende wichtige Merkmale:

  1. Es wird versucht, eine Ära der Angst in der breiten Masse zu schüren und das herrschende Normen- und Wertesysteme zu zerstören.
  2. Bei Terroranschlägen gibt es in vielen Fällen keine Selbsteinschränkung bei der Auswahl der Opfer; vermehrt sind die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur betroffen.
  3. Die Gewalt richtet sich auf zufällige oder symbolträchtige Ziele, um den Gegner moralisch zu untergraben.
  4. Ferner wird versucht, durch die Attentate das politische Verhalten des Gegners zu beeinflussen und die Wirtschaft zu schädigen, wie zum Beispiel durch den Angriff auf Touristengebiete.

Terroristische Anschläge finden meist in modernen Gesellschaften mit hoher Mediendichte statt, wodurch ihre Botschaft schnell verbreitet und die zivile Aufmerksamkeit auf sie gerichtet werden kann. Terrorismus ist eine "Kommunikationsstrategie" die auf spektakuläre Art Botschaften verbreitet. Die Ziele der Terrororganisation werden durch die Medien international verbreitet.

Terrorismusformen

Der national begründete Terrorismus ist der Kampf eines Volkes oder einer ethnischen Minderheit mit dem Ziel vermehrter Autonomie oder mit dem der Gründung eines eigenen Staates unter Berufung "auf historisch gewachsene Besonderheiten".

Beim religiös begründeten Terrorismus steht die religiöse Argumentation im Mittelpunkt und gilt als Rechtfertigung und Legitimation für terroristische Aktionen.

Der politisch motivierte Terrorismus hat die Änderung bestehender Herrschafts- und Besitzverhältnisse im betroffenen Land zum Ziel.

Eine weitere Form des Terrorismus ist die Geiselnahme. Nach dem deutschen Strafgesetzbuch § 239b StGB  kennzeichnet eine Geiselnahme die Entführung oder Bemächtigung eines Menschen mit dem gleichzeitigen Raub seiner persönlichen Freiheit und körperlichen Integrität.

Das Selbstmordattentat stellt ebenfalls eine Form des Terrorismus dar und versteht sich als eine "absichtsvolle Selbsttötung mit dem Zweck andere zu töten, im Dienste eines politischen oder ideologischen Ziels."   (red) 

Links und Lesetipps

Chronologie: www.disaster-management.net/terror_chrono.htm

Georg Meggle: Was ist Terrorismus? In: Telepolis, 15. März 2006.

www.jochen-hippler.de/Aufsatze/Terrorismus-Quellen/terrorismus-quellen.html

www.politikwissen.de/lexikon/terrorismus.html

http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Terrorismus/

www.zeit.de/themen/international/terrorismus/index

Psychoanalyse (Freitag)

Afghanistan (DFG-VK)

ISIP – Institut für Sicherheits- und Präventionsforschung

Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hg.) / Projektleitung: Ronald H. Tuschl.Der Krieg der Armen? Der internationale Terrorismus in der neuen Weltordnung. Friedensbericht 2005. Ergebnisse der State-of-Peace-Konferenz 2005. Münster: Agenda-Verl., 2005 

G. von Arnim, V. Deile, F.-J. Hutter, S. Kurtenbach, C. Tessmer (Hg.):Jahrbuch Menschenrechte 2003.Schwerpunkt: Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte.Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002 

Michael Pohly, Khalid Durán: Osama bin Laden und der internationale Terrorismus. München: Ullstein, 2001 

Bildquelle: Federal Emergency Management Agency: World Trade Center Building Performance Study, S. 7. (PDF: 3,8 MB)

DVD: Rachida. Regie: Yamina Bachir-Chouikh. Produktion: Arte France Cinema, Ciel Production/Cine-Sud Promotion. Algerien 2002. Zu entlehnen bei: http://www.baobab.at/

 


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