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Die Begriffe Wirtschaft und Krieg fallen oft in einem Atemzug, manche sprechen sogar von Wirtschaftskriegen. Dabei gibt es Firmen, die direkt vom Krieg profitieren, wie etwa Waffenfabriken, und auch solche, die Mitauslöser von Kriegen werden, durch die Art und Weise, wie sie Rohstoffe beziehen und verarbeiten.

Zum Beispiel: Siemens

Siemens gehört zu den größten internationalen Waffenproduzenten. Heute sorgt sich die Firma u. a. um die Ausstattung von Kampfflugzeugen, Kriegsschiffen und Panzern mit Informationstechnologie und elektrischen Hilfsmitteln, um Atomkraftwerksbau, Atomkraftwerks-Service und die dafür benötigten Brennelemente. (Die Organisation "Ärzte gegen Atomgefahren" betreibt aus diesem Grund bereits seit Jahren eine Kampagne zum Boykott von Siemensprodukten.)

Aufträge von Siemens 

In den Kriegen gegen Afghanistan und Irak macht das Siemens-Unternehmen einen enormen Umsatz. So bekam Siemens zum Beispiel den Auftrag zur Verlegung eines Telefonnetzes in Kabul und in anderen afghanischen Städten.

Im Irak fungieren sie als Wiederaufbauer zerbombter Kraftwerke und Krankenhäuser und beteiligen sich am Aufbau des Telefonnetzes im Norden des Iraks. Siemens-Chef Heinrich von Pierer meint dazu: "Das ist die Rolle von Unternehmen aus der Sicht eines Global Players, die Verhütung bewaffneter Konflikte und der Wiederaufbau nach Kriegen."

Politische Kontakte 

Siemens ist im Besitz eines eigenen "Political Action Committee", das Politiker in Wahlkämpfen unterstützten soll und dem (Siemens-)Unternehmen so einen Vorzug für Geschäfte im Ausland, wie in Afghanistan oder Irak, einbringen soll.

Durch diese guten Kontakte zur Bush-Regierung sicherte sich Siemens auch einen Großauftrag der US-Regierung für den Ausbau des Überwachungssystems in den USA. Zusammen mit Boeing installiert Siemens an über 400 US-Flughäfen neue Sicherungssysteme. Kommunikationsanlagen von Siemens sind im US-Luftwaffenhauptquartier im Pazifik und auf zahlreichen Luftwaffenstützpunkten in den USA und Europa im Einsatz.

Für das "Produkt-Daten-Management" des Eurofighters und für die neue U-Boot-Klasse der deutschen Bundeswehr 212A fertigt Siemens den Brennstoffzellenantrieb und ist maßgeblich an Entwicklung und Bau der neuen NATO-Flugabwehrrakete MEDAS beteiligt. Auch kümmert sich Siemens um die Ausstattung aller Bundeswehrstandorte mit neuer Informations- und Telekommunikationstechnik. Siemens ist mit 49 % am Panzerproduzenten Krauss-Maffei-Wegmann beteiligt.

Umsätze von Siemens 

Der Umsatz des Siemens-Unternehmens hat sich von 1991 bis 2003 knapp verdoppelt, von 39 Milliarden Euro auf 75 Milliarden Euro. Der Gewinn wurde von 1 Milliarde auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert. Das Unternehmen will diesen Gewinn noch steigern, indem es in noch größerem Ausmaß als bisher Betriebe, Produktionsstätten und somit Jobs in Billiglohnländer (Länder mit extrem niedrigem Lohnniveau) verlagert. Die Produktion läuft leider oft auf eine kostenminimierende, konzentrierte Fertigungsweise und Vernachlässigung der Sicherheitsanforderungen hinaus, wie das Unglück der Combino-Straßenbahn in Shanghai zeigt. (red)

Linktipps

Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstverweigerInnen

Informationsstelle Militarisierung e.V.

Werkstatt Frieden & Solidarität

AG Friedensforschung Universität Kassel

Quelle

Winfried Wolf: Siemens: "Genug ist nicht genug". In: Guernica 4/2004, S.4.

Bildquelle: http://www.sxc.hu


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