Projekte

Aktuelles:

Pioniri

Startseite Folgen Mensch, Politik und Gesellschaft Traumatisierung  

Sexueller Missbrauch

Am Beispiel: Krieg gegen Frauen im Kongo

Sexueller Missbrauch führt bei seinen Opfern (auch "Überlebende" genannt) sehr häufig zu lang anhaltenden Traumata. Oftmals rufen diese Erfahrungen Gefühle von Hilflosigkeit und Angst hervor und können nur durch schnelle und effiziente psychologische Betreuung überwunden werden. Geschieht dies nicht, so kann ein derart ausgelöstes Trauma häufig zu lebenslangen Krisen im Leben der Betroffenen führen.

Seit nunmehr mehr als zehn Jahren wird im Kongo ein Krieg geführt, welcher bisher über vier Millionen Tote gefordert hat. Die meisten von ihnen starben nicht an Waffengewalt, sondern durch Armut, Hunger und Krankheit. Auch wenn mittlerweile seit vier Jahren offiziell Frieden herrscht, kommt es gerade im Nordosten des Landes nicht zu Ruhe. Dort wird weiter ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung, vor allem gegen Frauen und Kinder geführt, in welchem systematisch getötet und vergewaltigt wird. Das Alter der Opfer ist dabei nebensächlich.

In einem Krankenhaus in Panzi in der Provinz Süd-Kivu werden speziell traumatisierte Frauen und Kinder (vor allem junge Mädchen) behandelt. Täglich kommen alleine dort etwa zehn neue Opfer an; wie viele es nicht schaffen, darüber lässt sich nur spekulieren.

Die Überlebenden der Vergewaltigungen klagen oft über Schwindelgefühl, die Angst verrückt zu werden und über zahlreiche körperliche Gebrechen. Die meisten von ihnen sind schwer traumatisiert. Sie haben keine FreundInnen mehr, können und wollen niemandem mehr vertrauen und ziehen sich immer mehr zurück. Jede Hoffnung auf eine Zukunft ist zerstört, sie werden wohl niemals Kinder bekommen oder heiraten können. Kinder erfahren nie eine eigene Kindheit. Diese Tatsache und die Gewissheit, dass jede Hoffnung schon lange gestorben ist, macht sie krank.

Auch nachdem viele einigermaßen erfolgreich behandelt wurden, können und wollen viele nicht mehr in ihre Dörfer zurück, würde dort doch nur das gleiche Schicksal noch einmal auf sie warten.

"Ich habe schreckliche Angst. Ich habe dort nichts mehr. Sie werden wiederkommen und uns vielleicht töten. Mein Herz klopft wie ein Uhrwerk. Ich habe keine Angst vor den Leuten dort, ich habe Angst vor der Nacht, wenn sie wiederkommen. Wohin soll ich gehen? Alles dreht sich. Ich habe Angst." (Ntakobajira M'Bisimwa – 30 Jahre alt, zwei Kinder). (red) 

Links und Lesetipps

psychotherapiepraxis.at: Trauma Vergewaltigung

Joanne Sandler (2009): UNIFEM Speech, The Changing Nature of Conflict: Women’s Bodies and Rights as New Battlegrounds, verfügbar unter http://www.unifem.org/news_events/story_detail.php?StoryID=884 

 

Quelle

Im Schatten des Bösen – Der Krieg gegen die Frauen im Kongo (PDF)

Bildquelle: wikipedia.org


Sponsoren Bundesministerium für Bildung und Frauen Stadt Salzburg Land Salzburg Berghof Foundation Elfi-Gmachl-Stiftung Youth in Action - Jugend in Aktion