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Proliferation und Atomterrorismus

Die Weitergabe (Proliferation) von Wissen und Materialien zum Bau von Massenvernichtungswaffen ist ein offenes Geheimnis und schwer zu begrenzen. Die illegalen Atommächte haben sich die entsprechende Technologie oder die nuklearen Substanzen auf diesem Weg beschafft, wie ein Beispiel zeigt. So gab der "Vater der islamischen Bombe", der Pakistaner Abdul Qadeer Khan, nach eigenen Angaben sein Wissen an verschiedene Staaten (z. B. Nord-Korea und Iran) weiter. Die Fachlabors der IAEO haben aus Wischproben im Iran bei früheren Kontrollen nukleare Partikel pakistanischen Ursprungs gefunden. Deshalb sind Einhaltung und Ausbau einschlägiger Verträge und die Effizienz der Kontrollregime so wichtig, inbesondere auch die Mengenkontrollen von spaltbarem Materialien.

Weitere Gefahren ergeben sich aus dem Atomschmuggel für terroristische oder rein kriminelle Zwecke. Besonders viele Atomwissenschafter der früheren Sojwetunion sind aufgrund ihrer heutigen tristen wirtschaftlichen Lage bereit, fremden staatlichen oder nichtstaatlichen Organisationen ihr Wissen und gestohlenes Material anzubieten. Die oft wenig gesicherten Lager nuklearer Materialen bzw. die wilden Deponien entsorgter Nuklearschiffe und Waffen in Russland laden geradezu zum sich Bedienen ein. Auch aus dem zivilen Bereich der Nuklearindustrie verschwinden immer wieder Kernbrennstoffe.

Nicht nur die entwendeten Kernwaffen für terroristische Zwecke stellen die wesentlichen Gefahren dar, sondern auch der Bau einer improvisierten Atombombe (Plutonium oder hochangereichertes Uran), die Verwendung radioaktiver Quellen ("Schmutzige Bombe"), wie sie z. B. häufig im medizinischen Bereich vorkommen, oder der Angriff auf Nuklearanlagen (z. B. Flugzeug) sind die naheliegenden Gefahren.
So hat 2001 der Diebstahl von nur einigen Milligramm Plutonium aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe eine ein Jahr dauernde Kontamination (Reinigung) von Häusern, Autos etc. mit Gesamtkosten von zwei Millionen Euro zur Folge – abgesehen von der Panik unter der Bevölkerung.

Die Mittel dagegen sind internationale Zusammenarbeit, überall gültige Rechtsnormen und Abkommen, Verfeinerung der Kontrollen, Sicherheitsprogramme für Anlagen und Lager, Abrüstungs- und Verschrottungsprogramme, Weiterbeschäftigung von Wissenschaftern, Beendigung der Herstellung von waffenfähigem Material und als logischer Idealfall keine Atomwaffen mehr. (ms)

Links und Lesetipps:

http://www.ISFH.de

http://www.ArmsControl.de

International Physicans for the Prevention ot Nuclear War

Informationsstelle Militarisierung e.V.

AG Friedensforschung Universität Kassel

SIPRI

Bildquelle: www.sxc.hu


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