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Militär und Krieg

Mit "Militarismus" wird "der Drang zur Aufrüstung, die wachsende Rolle des Militärs in der nationalen und internationalen Politik oder der Gebrauch von Gewalt als Instrument der Politik" bezeichnet. Er geht in der Regel einher mit einem autoritäts-, machtbezogenen und aggressiven Persönlichkeitsbild. Militaristische Gesellschaften orientieren sich meist an militärischen Bräuchen und an Formen von Selbsterhöhung wie Abzeichen, Rängen, Ehre und Heldentum.

Militarismus ist nicht gleichzusetzen mit der Institution des Militärs. Er drückt eine starke gesellschaftliche Orientierung zu Militärischem aus, die im Kriegsfall noch verstärkt wird. Eine militarisierte Gesellschaft muss aber nicht immer unbedingt Kriege führen. Gleichzeitig gibt es militärische Einrichtungen, die sich durch relativ wenig militaristische Züge auszeichnen.

Merkmale von Militarismus

  • Uniformierung, Gehorsam und strenge Hierarchien
  • Orden, Mythen, Heldenverehrung
  • Faszination von Herrschaft und Überlegenheit 
  • Verherrlichung von Gewalt, Krieg und Waffen
  • Zurschaustellung von Stärke und Robustheit

In sehr stark militarisierten Gesellschaften, die nicht selten auch Diktaturen sind, wird von den Mitgliedern verlangt, moralische und individuelle Werte zugunsten des militärischen Regimes aufzugeben. Durch Konditionierung wird die eigene individuelle Identität gebrochen und eine neue, einheitliche, an die gesamte Gesellschaft angepasste Identität vergeben. Es kommt zur Depersonalisation. Durch das Fehlen von Individualität und dem mangelnden Informationsaustausch bzw. der Isolierung unter den Mitgliedern kommt es zum Wirklichkeitsverlust. Man stellt sein Umfeld nicht mehr in Frage. Der Führer wird idealisiert und man unterwirft sich ohne Kritik einem System.

Militaristische Konditionierung zielt auch darauf ab, SoldatInnen auf Befehle zu drillen und somit die Hemmschwelle, andere Menschen zu töten, zu senken. Oft folgen darauf Traumatisierung, Demütigung und Drohung der Ausgrenzung. Hinzu kommt der Gruppendruck von außen, der den Einzelnen dazu zwingt, seine eigene Identität aufzugeben. Oft können solche Systeme aufgrund von Kontrolle, Schuld, Strafangst und Angstgefühlen beim Einzelnen aufrechterhalten werden. Andererseits führen Belohnungen (Beförderung, Aufstieg etc.) sowie Vorbilder zum Mitmachen.

Militarismus wird auch in Zusammenhang mit der Debatte Wehrpflicht versus Berufsheer thematisiert. Während das Konzept einer allgemeinen Wehrpflicht die Gefahr einer Militarisierung der Gesellschaft sowie der Integration des Militärs in sämtliche Wirtschaftsbereiche beinhaltet, laufen Berufsheere die Gefahr, einen Staat im Staate zu bilden bzw. Formen von Isolierung und Realitätsverlust zu fördern. (red)

Links und Lesetipps:

Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstverweigerInnen (abgerufen am 5.1.2010)

Informationsstelle Militarisierung e.V. (abgerufen am 5.1.2010)

Werkstatt Frieden & Solidarität (abgerufen am 5.1.2010)

AG Friedensforschung Universität Kassel (abgerufen am 5.1.2010)

Gert Sommer, Albert Fuchs:. Krieg und Frieden. Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie. Weinheim, Basel, Berlin: Beltz-Verlag, 2004.

Gerald Oberansmayr: Auf dem Weg zur Supermacht. Die Militarisierung der Europäischen Union. Wien: Promedia, 2004 


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