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Kriegswirtschaft

In einer "gut funktionierenden" Kriegswirtschaft werden sämtliche Wirtschaftszweige – von der Landwirtschaft über die Industrie bis hin zum Dienstleistungsgewerbe – auf die Bedürfnisse des Krieges eingestellt. Dies hat meist entsprechende Interventionen von staatlicher Seite zur Folge, da der Staat natürlich Interesse an einer geregelten und leistungsfähigen Ökonomie hat. Infolge länger andauernder Kriege können verschiedene Nebeneffekte auftreten:

Arbeitslosigkeit und Rationierung

Aufgrund der speziellen Bedürfnisse einer funktionierenden Kriegsmaschinerie, treten in einer auf den Krieg fixierten Volkswirtschaft häufig Spannungen zwischen den Interessen des Militärs und jenen der Zivilbevölkerung auf. Um Mangel bei Lebensmitteln und alltäglichen Konsumgütern zu vermeiden, werden in Kriegszeiten häufig bürokratische Verteilungssysteme zur Steuerung des Verbrauchs (beispielsweise Lebensmittelmarken) eingeführt, welche eine einigermaßen gleichmäßige Verteilung garantieren sollen.

Außerdem führt eine Kriegswirtschaft häufig zu sehr hohen Arbeitslosenzahlen, sobald die Rüstungsbetriebe nicht mehr benötigt werden, sobald also der Krieg vorbei ist und die Produktion in kürzester Zeit einbricht. Jedoch ist auch der Umkehrschluss wahr, dass eine auf Krieg ausgerichtete Ökonomie auch Arbeit schaffen kann.

Staatsverschuldung und Inflation

Der Begriff der Staatsverschuldung beschreibt die gesamte Menge an gültigen Forderungen verschiedenster Gläubiger an einen Staat. Hierbei sollte unterschieden werden zwischen

  • Gesamtverschuldung: Die Menge an bisher insgesamt aufgenommenen und nicht getilgten Schulden.
  • Neuverschuldung: Der Betrag, welcher in einer Haushaltsperiode neu aufgenommen wurde und um welchen sich die Gesamtverschuldung erhöht.

Neue Schulden müssen gemacht werden, wenn ein Staat mehr Geld budgetiert, als er über Steuern, Gebühren und ähnliche Kanäle lukrieren kann. Man spricht in diesem Fall von dem Defizit im Haushalt, ein Begriff der häufig, gerade in verschiedenen Medien, missverständlich gebraucht wird. Eine Verringerung des Defizits bedingt noch immer Neuverschuldung, da lediglich die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen schrumpft.

Kredite laufen ständig aus, werden von einem Staat in aller Regel jedoch nicht getilgt, sonder lediglich umgeschuldet, das heißt, dass neue Kredite aufgenommen wurden, um alte zurückzuzahlen.

In der Regel wird eine Neuverschuldung in Prozent des BIP angegeben. Das heißt auch, dass sich bei einer Neuverschuldung von beispielsweise einem Prozent und einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent, die relative (auf das BIP bezogene) Gesamtverschuldung in einem solchen Szenario sinken kann. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb die Schuldenquote (Gesamtschulden in Relation zum BIP) in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist, obwohl lediglich einmal ein Überschuss im Budget erzielt wurde.

Unter Inflation versteht man den Verlust des Wertes einer Währung, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Produkte teurer werden, man sich also für die gleiche Summe weniger leisten kann.

Korruption und andere illegale Geschäftsformen

In der Folge von Kriegen – und damit auch in auf diese ausgerichteten Ökonomien – kommt es häufig zu verschiedenen Formen von Korruption und anderen illegalen Geschäftsformen (z. B. Handel auf dem Schwarzmarkt), welche häufig durch Mangel an verschiedenen Konsumgütern sowie durch hohe Inflationsraten begünstigt werden. (red)

Links und Lesetipps

Welthaus Bielefeld. Misereor. DED, Entwicklungshindernis Gewalt. Ein Arbeitsbuch über neue Kriege und erzwungene Armut. Peter Hammer Verlag GmbH, Wuppertal 2006.

Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland

Transparency International

Sand im Getriebe #24 

Krieg und Wirtschafts – Spiegel Online 02/03

Weedbonn

WTO   

ECA-Watch

Informationsstelle Militarisierung e.V.

AG Friedensforschung Universität Kassel

Quelle

http://www.staatsverschuldung.de/

Bildquelle: www.sxc.hu


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