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Korruption

Die Organisation "Transparency International" (TI), die sich weltweit für Korruptionsbekämpfung einsetzt, definiert Korruption als "Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Vorteil." 

Auch in Österreich ist – wie in allen Ländern – Korruption immer wieder ein Thema, jedoch spielt sie sich in einem wenig bedeutsamen Rahmen ab. Nur ab und zu kommen schwerere Fälle ans Tageslicht. Anders sieht es in nicht so stabilen und wohlhabenden Ländern aus. Durch mangelnde Kontrolle, schlecht bis nicht funktionierende politische Systeme, Armut und Krieg kann Korruption in solchen Staaten zur Lähmung des öffentlichen Lebens führen.

Am Beispiel: Burma

Laut dem jährlich von Transparency International veröffentlichten "Korruptionsranking" liegt Burma weltweit an vorletzter Stelle – nur Somalia ist noch dahinter (zum Vergleich: Österreich ist als 18. von 183 Ländern gereiht. Stand 2007). Das in Burma herrschende Militärregime "überwacht" seit 1962 alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereiche ohne selbst von irgendjemandem kontrolliert, geschweige denn in die Schranken gewiesen zu werden.

Dies führte in Burma im Laufe der Jahrzehnte zu einer Etablierung eines regelrechten Korruptionssystems, an dem – vom einfachen Behördengang bis zu wichtigen politischen Entscheidungen – kein Weg mehr vorbeiführt. Die von den Militärs eingesetzten BeamtInnen sehen es mittlerweile schon als normal an, dass ein großer Teil von Gebühren und Abgaben in ihre private Tasche wandert. Dies geschieht in Burma in derart großem Ausmaß, dass die ohnehin schon am Boden liegende Wirtschaft noch weiter geschwächt wird. Einfach deshalb, weil eigentlich öffentliche Gelder und Ressourcen quasi im Nichts verschwinden. In Burma kommt dann noch ein wesentliches Problem dazu: die Armut. Aufgrund der schwachen Wirtschaft verdienen die Menschen einfach zu wenig Geld, um sich und ihre Familien am Leben halten zu können. Dies hat zur Folge, dass sich die Menschen besonders in niedrigeren Beamtenkreisen zur Korruption hinreißen lassen, weil sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.

Unter burmesischen LehrerInnen hat es sich etwa schon längst durchgesetzt, dass von den Eltern Bestechungsgelder verlangt werden. Ansonsten könnten sich die meisten LehrerInnen von ihrem dürftigen staatlichen Gehalt nicht einmal die Grundnahrungsmittel leisten. Können sich Eltern wiederum das Bestechungsgeld nicht leisten, wird ihr Kind nicht mehr unterrichtet, was natürlich auf Dauer für eine Gesellschaft schlimme Folgen hat.

In den "höheren" Kreisen der Militärjunta wird Korruption natürlich nicht aus Armut angewendet, sondern aus reiner Geldgier. Bei der Verwirklichung ausländischer Projekte im Land verschwinden Millionen von Dollar in die Taschen der machthabenden Generäle, während das Volk seit Jahrzehnten dahinvegetiert und die Armut zunehmend steigt. Ein Ende dieses Korruptionskreislaufes ist nicht in Sicht – es gibt ja auch niemanden, der die bewaffneten Militärs an ihrer Vorgehensweise hindert.

In westlichen Rechtssystemen gibt es mehr oder weniger gut funktionierende Kontrollsysteme, die Bestechung und Korruption (meist) verhindern. BeamtInnen sind zu völliger Transparenz verpflichtet und würden sich auf dünnes Eis wagen, würden sie entsprechende Versuche starten. In Burma sowie in vielen anderen Dritte-Welt-Ländern fehlen diese Kontrollsysteme. Dies macht es MachthaberInnen nur zu leicht, öffentliche Gelder zu ihrem privaten Vorteil zu nutzen. In Burma hat sich das Korruptionssystem schon so weit etabliert, dass bereits weite Teile der Bevölkerung diesen Zustand als üblich empfinden – dass die Wirtschaft und somit ihre eigenen Existenzen dadurch stark gefährdet sind, können sie nicht wissen – es sagt ihnen ja niemand etwas darüber ... (dd)

Links und Lesetipps

Wikipedia: Korruption.

Transparency International Deutschland – http://www.transparency.de/

Joachim Becker / Gerald Hödl / Peter Steyrer (Hrsg.) Krieg an den Rändern. Von Sarajewo bis Kuito. Promedia Verlag, Wien 2005.

Welthaus Bielefeld. Misereor. DED, Entwicklungshindernis Gewalt. Ein Arbeitsbuch über neue Kriege und erzwungene Armut. Peter Hammer Verlag GmbH, Wuppertal 2006.

Quellen

netzwerk recherche, Transparency International, Bund der Steuerzahler (Hg.): Korruption: Schatten der demokratischen Gesellschaft. Fakten – Trends – Gegenstrategien. 2002. (PDF)

Europäische Union: Strategiepapier der EG für Birma/Myanmar (2007-2013). (PDF)

Bildquelle: commons.wikimedia.org


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