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Konflikt-Transformation

Am Beispiel:

FLICT (Sri Lanka)

Konflikt-Transformation ist vorhanden, wenn das Potenzial der Gewaltfreiheit erweckt wird und wir neue Möglichkeiten finden, uns mit den vorhandenen Konflikten auseinanderzusetzen. Der Konflikt soll also nicht "verschwinden", sondern ohne Gewalt ausgetragen werden. Dazu müssen alle drei Ecken des Konfliktdreiecks bearbeitet werden: Die Haltungen und Annahmen müssen bewusst gemacht und verändert werden, das Verhalten soll nicht mehr gewalttätig sein und der Widerspruch wird "transformiert", weil sich die Ziele ändern, sodass die Bedürfnisse aller Beteiligten nicht mehr verletzt werden.

Konflikt-Transformation grenzt sich auch von Konfliktlösung ab, denn sie fokussiert stärker auf die Entwicklung positiver Beziehungen. Konflikt-Transformation ist daher immer dann Thema, wenn die Beziehungen zwischen Menschen oder Gruppen verbessert werden können – und wann können sie das nicht?

Am Beispiel: der Streit um eine Orange

Zwei Schülerinnen sitzen am Tisch. In der Mitte liegt eine Orange. Was passiert? Sucht so viele Ideen wie möglich!

Es gibt fünf grundsätzlich mögliche Lösungen in einem Konflikt mit zwei Parteien und einem Ziel, z. B. wenn zwei Kinder um eine Orange streiten.

  1. Ein Kind kriegt sie.
  2. Das andere kriegt sie.
  3. Sie teilen die Orange (ein Kompromiss).
  4. Während sie darüber streiten, zerstören sie die Orange und keine der beiden bekommt sie (negative Transzendenz). Vor desr Situation weglaufen. Orange zerquetschen oder weggeben. Orange nur beobachten. Orange in den Kühlschrank legen.
  5. Oder sie finden einen kreativen Ausweg, welcher über die vorigen Lösungen hinausgeht und beide bekommen, was sie sich wünschen. Zum Beispiel bekommt ein Kind die Schale, weil es damit einen Kuchen backen kann, während das andere das Fruchtfleisch bekommt. Eine weitere Orange wird geholt. Mehr Leute werden geholt, die sich die Orange teilen. Es wird ein Orangenkuchen gebacken, eine Lotterie veranstaltet und die Erlöse werden geteilt. Orangenkerne werden gesät, ein Plantage angelegt, der Markt übernommen (positive Transzendenz).

Die These

"Je mehr Alternativen, desto weniger wahrscheinlich kommt es zu Gewalt."

Transzendenz-DiagrammTranszendenz in einem Konflikt bedeutet also mehr als Kompromiss oder "win-win". Meistens nehmen die betroffenen Personen in einem Konflikt nur zwei Möglichkeiten von Lösungen wahr, gemäß ihren Positionen. Aber es gibt mehr als nur "entweder-oder": In einer Konfliktsituation gibt es immer mindestens fünf Positionen, wie in dem Diagramm ersichtlich ist. Die Möglichkeit der Transzendenz bedeutet, sich auf einen Prozess einzulassen, der erfordert, die Situation immer wieder und wieder zu betrachten. Solange sich die Lösungen auf der Achse der Transzendenz befinden, herrscht Symmetrie zwischen den Positionen, das heißt, es herrscht ein Gleichgewicht. Solange dabei die „Transzendenz" nicht aus den Augen verloren wird, sind diese Lösungen und Möglichkeiten zu unterstützen. In dem Prozess der Konfliktbearbeitung bedeutet dies, dass es auch immer wieder Momente des Rückzuges und des Kompromisses geben kann und geben wird. (er)

Lesetipps und Links

Wolfgang Dietrich, Josefina Echavarría Alvarez und Norbert Koppensteiner (Hrsg.) (2006): Schlüsseltexte der Friedensforschung. Wien: LIT Verlag.

Johan Galtung (1998): Frieden mit friedlichen Mittel. Opladen: Leske + Buderich.

Anita Bilek, Wilfried Graf und Helmut Kramer (Hrsg.) (2000): Welcher Friede? Lehren aus dem Krieg um Kosovo. Münster: Agenda Verlag.

Johan Galtung: Konflikttransformation mit friedlichen Mitteln. Die Methode der Transzendenz. [Transcend]

Wilfried Graf: Konflikttransformation und die Arbeit am politischen Unbewussten. Das Transcend-Verfahren nach Johan Galtung. [PDF; Transcend]

www.veto-online.org – Veto-Online ist eine Internetplattform mit Konfliktsimulatoren zum Mitmachen

www.peacexchange.eu – bei peaceXchange gibt es Projekte zum Mitmachen in den Bereichen Musik, Theater, Sport u. a.

IICP (Institute for Integrative Conflict Transformation and Peacebuilding), Wien

Hessische Stiftung für Frieden und Konfliktlösung

Institut für Friedenspädagogik Tübingen

Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden

 


Sponsoren Bundesministerium für Bildung und Frauen Stadt Salzburg Land Salzburg Berghof Foundation Elfi-Gmachl-Stiftung Youth in Action - Jugend in Aktion