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KindersoldatInnen

Es gibt keine offizielle Definition des Begriffes KindersoldatInnen. Die internationale Coalition to Stop the Use of Childsodiers orientiert sich an der Altersgrenze der UN Kinderrechtskonvention. Die Koalition fordert, dass niemand, der das 18. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen hat, für bewaffnete Auseinandersetzungen rekrutiert werden darf. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) legte im Rom-Statut 1998 fest, dass die Rekrutierung von unter 15-jährigen ein Kriegsverbrechen ist und verfolgt wird.

Die Folgen der letzten 10 Jahre:

  • mehr als 2 Millionen Kinder im Krieg getötet = 500 Kinder am Tag = alle 3 Minuten ein Kind
  • 6 Millionen Kinder zu Invaliden gemacht oder schwer verletzt
  • 1 Million Kinder sind zu Vollwaisen geworden
  • 25 Millionen Kinder sind obdachlos (= 50 % der Flüchtlinge)
  • 10 Millionen Kinder traumatisiert (eines von 200 Kindern hat psychologische Probleme aufgrund des Krieges)

Kindersoldaten weltweit:

  • ca. 250.000 Kinder sind in Kriegen aktiv beteiligt
  • Länder in denen KindersoldatInnen eingesetzt werden/wurden: Demokratische Republik Kongo, Sudan, Burma, Sri Lanka, Uganda, Angola, Sierra Leone, Liberia, Kolumbien, Afghanistan, Ecuador, Indien, Nepal, Iran, Iraq, ...
  • Das Durchschnittsalter ist 12-15 Jahre, auch fünf- bis achtjährige sind in kriegerischen Auseinandersetzungen tätig
  • In einigen Bürgerkriegen bestand der Großteil der Armee aus Kindersoldaten (z.B. Uganda 1987-2008: ca. 90% der Sodaten der Rebellengruppe LRA waren Kinder zwischen 11 und 16 Jahren; Liberia 1989-2003: 80 % der Soldaten waren Kindern)
  • Immer mehr Mädchen werden als KindersoldatInnen versklavt, in Sri Lanka sind 50 % der Kindersoldaten Mädchen.
  • Mehr als 50 bewaffnete Gruppen rekrutieren KindersoldatInnen. 

Technische Voraussetzungen:

  • Waffen wurden kinderleicht gemacht, sie sind leicht und einfach zu bedienen (die Kalashnikov AK-47 wiegt 4,3 kg und ist eine der am weit verbreitesten Waffen der Welt)
  • Weltweit gibt es 500 Millionen Leichtwaffen; dies entspricht einer Waffe für jeden 12. Mensch, davon sind schätzungsweise 50 % aller Leichtwaffen in den Händen von illegalen Organisationen
  • Waffen sind sehr billig, haltbar und werden von einem Konflikt in den nächsten getragen

Ursachen:

  • Kriege haben sich verändert, heute sind 90 % der Opfer ZivilistInnen (1. Weltkrieg = 10 %, 2. Weltkrieg = 50 %).
  • Armut: 50 % der Weltbevölkerung lebt mit weniger als zwei Dollar am Tag.
  • Armut verursacht soziales Chaos.
  • Zwangsrekrutierung
  • Aids macht Kinder zu Waisen.
  • Arbeitslose Jugendliche, Straßenkinder, Aids-Waisen und Flüchtlingskinder sind besonders gefährdet.
  • Kinder haben weniger Angst, können Gefahren nicht einschätzen.
  • Unterdrückung der Bevölkerung treiben Kinder und Jugendliche in bewaffnete Oppositionsgruppen.
  • Kinder sind leichter zu manipulieren (Gehirnwäsche, Lügen, Drogen, Folter).
  • Kinder wachsen in Gewalt auf und werden dadurch gewaltbereiter (Rache).
  • Kinder werden zum Töten gezwungen.

Folgen für die Kinder:

  • physische Folgen (Invalidität, diese Kinder haben es sehr schwer da in Kriegsgebieten keine sozialen Strukturen vorhanden sind, um sich um Kinder bzw. Jugendliche mit körperlichen Behinderungen zu kümmern)
  • psychische Folgen: Albträume, Selbstentfremdung und Entfremdung von Familie und Gemeinschaft, kein Vertrauen zu sich selbst und deshalb auch nicht zu anderen, Schuldgefühle, Ängste, Panikattacken, Depressionen, Schizophrenie, Schlaflosigkeit, Nichtzugehörigkeit, Ohnmacht, Isolation, ...

Folgen für die Gesellschaft:

  • Verlust von Werten
  • Erhöhung der Gewaltbereitschaft
  • Wo es KindersoldatInnen gibt, sind auch die sozialen Strukturen zerstört, und meist leidet auch die Gesellschaft an den Folgen des Krieges (Mangel an Sicherheit, Hunger, Arbeitslosigkeit, ...).

Rehabilitierung:

  • Kinder brauchen Sicherheit
  • psychologische Betreuung – heilende Beziehung
  • Erinnern und Trauern
  • Einzel- und Gruppentherapie
  • Wiederanknüpfen in der Gesellschaft
  • gewaltfreie Zukunftsperspektiven: Schule, Beruf 

kw

Quellen: 

http://www.bbc.co.uk/worldservice/people/features/childrensrights/childrenofconflict/soldier.shtml (abgerufen am 13.5. 2010)

www.childsoldiers.net (abgerufen am 13.5. 2010)

www.tdh.de (abgerufen am 13.5. 2010)

www.warchild.org (abgerufen am 13.5. 2010)

300 Kindersoldaten sind weltweit im Einsatz. URL: http://www.unicef.at/einzelansicht.html?&tx_ttnews[backPid]=45&tx_ttnews[pointer]=52&tx_ttnews[tt_news]=322&cHash=e4a3f52bd2 (abgerufen am 13.5. 2010)

Wikipedia: Kindersoldaten. Bearbeitungsstand: 12.5. 2010, 08:03 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kindersoldat&oldid=74252462 (Abgerufen: 13.5. 2010, 16:09 UTC)

Albanese Giuliano (2005): Soldatini di piombo. La questione dei bambini soldati. Mailand: Serie bianca.
P.W. Singer (2005): Children at War. o.O.: Pantheon.

Els De Temmermann (1995): Aboke Girls, Children abducted in Northern Uganda. o.O.: Fountain Publ.

Welthaus Bielefeld. Misereor (2006): Entwicklungshindernis Gewalt. Ein Arbeitsbuch über neue Kriege und erzwungene Armut. Wuppertal: Peter Hammer Verlag GmbH.

Bild: Fotoausstellung zu "Krieg - (k)ein Spiel für Kinder". Schulprojekt Bereich Friede und Gewaltfreiheit der Organisation für Eine solidarische Welt, Brixen, Italien. URL: www.oew.org (abgerufen am 13.5. 2010)

Autobiographien:

 Kourouma Ahmadou (2004): Allah muss nicht gerecht sein. o.O.: Wilhelm Goldmannverlag.

Ishmael Beah (2007): Rückkehr ins Leben. Ich war Kindersoldat. Frankfurt am Main: Campus.

China Keitetsi (2003): Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr: mein Leben als Kindersoldatin. Berlin: Ullstein-Verlag.

Filme:

DVD: Lost children. Regie: Ali Samadi Ahadi. Hrsg.: KJF. Deutschland 2006. Zu entlehnen bei www.baobab.at

DVD: Ich habe getötet. Hsgr.: BMZ. Deutschland 1999. Zu entlehnen bei www.baobab.at

Linktipps:

www.hrw.org (agerufen am 13.5. 2010)

www.amnesty.org/en/children (abgerufen am 13.5. 2010)

 


Sponsoren Bundesministerium für Bildung und Frauen Stadt Salzburg Land Salzburg Berghof Foundation Elfi-Gmachl-Stiftung Youth in Action - Jugend in Aktion