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Kalter Krieg

Am Beispiel:

Koreakrieg

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 begann eine Phase des "Kalten Krieges", der von einer bipolaren Rivalität zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR geprägt war.

Es kam in der Folge zu einer beispiellosen Phase der Aufrüstung auf beiden Seiten, die von einer Ideologie der gegenseitigen Abschreckung begleitet war. Zahlreiche Konflikte und Krieg wurden weltweit als sogenannte "Stellvertreterkonflikte" geführt, die lediglich der Aufrechterhaltung bzw. Durchsetzung von geostrategischen und machtpolitischen Zielen der Großmächte dienten. Gleichzeitig führte dieses "Gleichgewicht des Schreckens" auch dazu, dass die Zahl der Kriege aufgrund des großen Risikos eines neuerlichen Weltkrieges mit atomaren Folgen relativ gering war.

Nach Ende des "Ost-West-Konfliktes" ab 1989 kam es dagegen zu einem starken Anstieg an Kriegen. Während der Kalte Krieg Europa vor militärischen Auseinadersetzungen verschonte, wurde er auf afrikanischem und asiatischem Boden sowie in Lateinamerika umso heftiger ausgetragen. Die jeweiligen militärischen Befehlshaber konnten auf die Unterstützung der Sowjetunion einerseits, der USA und deren Verbündeten andererseits setzten.

Die Kriege in Korea, Vietnam, Afghanistan oder Angola sind nur wenige Bespiele für die Austragung der sogenannten Stellvertreterkriege.

Teilung Europas in West und Ost

1945 einigten sich der US-amerikanische Präsident Roosevelt und der sowjetische Präsident Stalin auf der "Konferenz von Jalta" auf eine Teilung in ein westliches und ein östliches Europa unter geteiltem Einfluss. Im März 1946 wurden dann West- und Osteuropa durch den Eisernen Vorhang getrennt.

Beide Seiten führten von nun an einen harten politischen, wirtschaftlichen und propagandistischen Kampf, vermieden jedoch eine direkte militärische Konfrontation, weswegen man auch vom "Kalten Krieg" spricht. Jedoch drohte der "Kalte Krieg" oftmals in einen "Heißen Krieg", vor allem durch die Androhung von Atomwaffen, umzuschwenken, wie 1948 bei der "Berlin-Blockade", 1950 im "Korea Krieg" und 1962 in der "Kuba-Krise". Auch der Kampf der Supermächte um Einflusszonen in Afrika fand als heißer Krieg statt. Kurz nach der Unabhängigkeit von den Kolonisten entbrannten zum Beispiel in Angola und Mosambik "Stellvertreterkriege", die von den Supermächten mit Waffen und finanzieller Unterstützung alimentiert wurden.

Eskalation und Annäherung 

Nachdem die USA 1962 in der Türkei Raketenstützpunkte aufstellte, stationierte die UdSSR auf Kuba ihrerseits Atomraketen. Durch Bemühungen gegenseitiger Verhandlungen verzichtete letztendlich die UdSSR auf die Raketenstationierung. Auch die USA zogen ihre Stützpunkte in der Türkei zurück. Die 60er und 70er Jahren waren von großen Protesten der weltweiten Friedensbewegungen geprägt. 1968 kam es nach den  Aufständen der 50er Jahre in der DDR, Tschechoslowakei und in Ungarn zu Unruhen und Protesten, die als "Prager Frühling" in die Geschichte eingingen.

1969 wurde eine erste Phase der Annäherungspolitik eingeleitet: Unter US-Präsident Nixon und dem damaligen Staatspräsidenten Nikita Chruschtschow kam es zu Abrüstungsverhandlungen zur Begrenzung strategischer nuklearer Waffen (SALT-Vertrag 1972).

Charta für ein neues Europa 

1985 wurde Michail Gorbatschow Generalsekretär der kommunistischen Partei der Sowjetunion; er setzte sich für die friedliche Koexistenz beider Blöcke mit unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung ein. Auf der "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE) wurde beim "Gipfeltreffen" der Präsidenten der USA und der UdSSR letztendlich das Ende des Kalten Krieges proklamiert, das mit der Unterzeichnung der "Charta für ein neues Europa" am 21. November 1990 besiegelt wurde.

Polen bildete im Juli 1989 das erste demokratische Parlament. Ungarn baute im Oktober den "Eisernen Vorhang" an der Grenze zu Österreich ab. Am 9. November 1989 kam es zum Fall der Berliner Mauer und 1991 löste sich die Sowjetunion auf. An ihre Stelle trat die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). 1992 kam es zur Teilung der ehemaligen Tschechoslowakei in die Tschechische Republik einerseits und die Slowakei andererseits. Auch in Albanien, Rumänien und Bulgarien kam es daraufhin zu demokratischen Reformen.

Das Ende des Kalten Krieges führte jedoch nicht nur zu Demokratisierungs- und Liberalisierungsschüben, sondern auch zu zahlreichen Kriegen auf dem Balkan sowie in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. (red)

Lesetipps und Links

Klaus-Rüdiger Mai (2005). Michail Gorbatschow – Sein Leben und seine Bedeutung für Russlands Zukunft. Frankfurt/ New York, Campus Verlag GmbH.

Rolf Steininger (2003). Der Kalte Krieg. Frankfurt am Main: Fischer Verlag.

Kurze Überblicksinfo zum Kalten Krieg

Quellen

Gresk, Samary, Vidal et al. (2006). Atlas der Globalisierung. Paris: armand Colin.

Wikipedia: Kalter Krieg. Bearbeitungsdatum: 07.03. 2010, 05:22 UTC. (abgerufen am 13.03. 2010)

Das Ravensburger Lexikon der Weltgeschichte – Band 2 (1995). Ravensburg: Buchverlag Otto Maier GmbH.

Michael Lemberger (1998). Durch die Vergangenheit zur Gegenwart 4. Klosterneuburg-Wien: Österreichischer Agrarverlag.

Alois Scheucher, Eduard Staudinger, Anton Wald, Josef Scheipl (2004): Zeitbilder – Geschichte und Sozialkunde 8. Wien: öbvethpt VerlagsgmbH & Co. KG.

S. L. Mayer: Kriege des 20. Jahrhunderts – I. und II. Weltkrieg – Korea – Vietnam – Naher Osten. Schweiz: Albatros Verlag AG.

Christian Balmer, Oliver Bieri, Urs Blum: Maturaarbeit – Der Kalte Krieg. (abgerufen am 13.03. 2010)

Amartya Sen (2007). Identitätsfalle – Warum es keinen Krieg der Kulturen gibt. München: Verlag C.H. Beck.

Geschichte.transnational, Stöver Bernd: Rezension, Heiße Kriege im Kalten Krieg. Bearbeitungsdatum: 05.10.2006; (abgerufen am 13.03. 2010)

DasErste.de – neuneinhalb: Dritte Welt, Entwicklungsländer. (abgerufen am 13.03 2010)

DasErste.de – neuneinhalb: Kalter Krieg. (abgerufen am 13.03. 2010)

Medico international e.V. und DGB Bildungswerk/ Nord-Süd Netz  (Hrsg.) (1995). Der Stoff aus dem Kriege sind – Rohstoffe und Konflikte in Afrika. Frankfurt: Medico International e. V.,  S.5


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