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Friedensjournalismus

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Anna Politkowskaja
Interview mit Rubina Möhring

Der Begriff "Friedensjournalismus" wurde vom norwegischen Friedens- und Konfliktforscher Johan Galtung geprägt.  Während Kriegsberichterstattung Konflikte eskalieren lassen kann, hat Friedensjournalismus die Aufgabe, zu deeskalieren und die Akzeptanz von Kriegen zu untergraben.

Rechtliche und Ethische Grundlagen 

Der Berichterstattung von Massenmedien liegen rechtliche oder ethische Normen zugrunde. Auch die Ausrichtung auf den Frieden gehört zu diesen ethischen Grundsätzen. Im Rundfunkfriedenspakt von 1936 wurde "die Förderung und Gewährleistung einer wahrheitsgemäßen und auf Frieden und Völkerverständigung gerichteten Informationsverbreitung" als Pflicht des Rundfunks festgeschrieben. In der Mediendeklaration der UNESCO von 1976 wurde dieser Grundsatz auf alle Medien ausgeweitet. Massenmedien jeder Art sollen Mittel zur internationalen Verständigung, Förderer von Menschenrechten und Gegner von Rassismus und Kriegshetze sein, indem sie umfassende und ausgewogene Informationen verbreiten. Massenmedien sind verpflichtet, für den Frieden einzutreten. Sie sollen demnach nicht nur abbilden, was in der Wirklichkeit wahrzunehmen ist, sondern aus der Wirklichkeit auswählen und diese (in einem positiven Sinne) mitgestalten.

Kriterien für einen friedensorientierten Journalismus 

Friedensjournalismus 

  • versucht, die Hintergründe des Konflikts, seine Ursachen und die wahren Ziele der am Krieg Beteiligten zu erforschen.
  • berichtet auch über Menschen, die sich gegen den Krieg, gegen Gewaltanwendung und für friedliche Mittel der Konfliktbeilegung einsetzen.
  • ist bemüht, Unwahrheiten auf allen Seiten aufzudecken.
  • versucht, das Leid und die Gewalt auf allen Seiten zu dokumentieren und die Konfliktparteien zu humanisieren.
  • ist präventiv: es wird versucht, die Eskalation von Konflikten zu verhindern. 
  • rückt Lösungen und Friedensinitiativen in den Mittelpunkt der Berichterstattung.
  • ist bemüht, nicht selbst zur Nachricht zu werden.
  • hinterfragt (Kriegs- und Medien-)Technologien.
  • ist sich dessen bewusst, dass "Nachrichtenmacher" versuchen, Informationen zu manipulieren.
  • zeigt die drastischen Folgen von Kriegen auf.
(red)

Quellen:

Jörg Becker: Medien im Krieg. In: Ulrich Albrecht/Jörg Becker (Hg): Medien zwischen Krieg und Frieden. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2002

Hans Heinz Fabris: Kriegs- oder Friedenswissenschaft? Zu unterschiedlichen Traditionen der Kommunikationsforschung. In: Medienjournal. Medien im Krieg 1991

Dietrich Fischer/Johan Galtung: Kriegsberichterstattung kann Konflikte verlängern. In: Medienjournal. Medien im Krieg. 2003, 6–8

Johan Galtung: Frieden mit friedlichen Mitteln. Friede und Konflikt, Entwicklung und Kultur. Opladen: Leske und Budrich, 1998

C. Vincent Richard / Johan Galtung: Krisenkommunikation morgen. Zehn Vorschläge für eine andere Kriegsberichterstattung. In: Martin Löffelholz (Hg.): Krieg als Medienereignis.

Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (Hrsg.): Gute Medien- Böser Krieg? Medien am schmalen Grat zwischen Cheerleadern des Militärs und Friedensjournalismus. Wien: Lit, 2007

Gert Sommer, Albert Fuchs:. Krieg und Frieden. Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie. Weinheim, Basel, Berlin: Beltz-Verlag, 2004.

Christian Hörburger (1996): Krieg im Fernsehen. Didaktische Materialien und Analysen der Medienerziehung. Tübingen: Verein für Friedenspädagogik Tübingen, S. 178-190.

Cathrin Pichler. Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog. (Hsgr.) Thema: Warum Krieg? Texte und Protokolle zum Briefwechsel Albert Einstein - Sigmund Freud. Schlebrügge. Editor. Wien 2006

Linktipps:

Wissenschaft & Frieden

Institut für Friedenspädagogik Tübingen

Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung

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