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Feindbilder

Am Beispiel:

Ruanda

Politisches Bewusstsein und Handeln werden stark von den Kategorien "Feind" und "Freund" beeinflusst. Feindbilder sind sozial vermittelte Deutungsmuster für gesellschaftliches und politisches Geschehen und negative Vorurteile, die sich auf Gruppen, Völker (Ethnien), Staaten oder Ideologien beziehen. Grundsätzlich führen sie zu einer stark verzerrten Wahrnehmung der Realität.

Zu den wesentlichen Merkmalen ausgeprägter Feindbilder gehören:

  • Die grundsätzlich negative Bewertung des Gegners
    Der "Feind" wird als böse, grausam, hinterhältig und minderwertig dargestellt.
  • Tendenzen zur Dehumanisierung
    Dem "Feind" wird die Menschlichkeit abgesprochen, das Leiden anderer wird gleichmütig hingenommen, Töten wird erlaubt oder sogar gefordert.
  • Einseitige Schuldzuweisungen
    Der "Feind" wird zum alleinig verantwortlichen Sündenbock. Sämtlichen Handlungen wird mit Misstrauen begegnet.
  • Die Wahrnehmung des Konfliktes als Nullsummenspiel
    Politische und militärische Aktionen werden nach dem einfachen Schema bewertet, dass für die eigene Seite all das schlecht ist, was dem Gegner nützt und umgekehrt.
  • Gruppendenken
    Der ausschließliche Umgang mit Personen, die Meinungen und Ideologien teilen, führt zu Isolation, verzerrter Bewertung des Gegners, eingeengten Lösungsvorschlägen, Selbstzensur und einem starken Gruppendruck mit dem Ziel Konformität.
  • Spiegelbilder
    Feindbilder können sich wechselseitig negativ entwickeln. Die beteiligten Gruppierungen nehmen sich gegenseitig vergleichbar negativ wahr. Die Argumente und Bilder werden austauschbar.

Entstehung von Feindbildern und Gegenstrategien

Für die Entstehung von Feindbildern spielen individuelle, soziale und politische Faktoren eine Rolle. Sie haben wichtige Funktionen sowohl für die Individuen als auch für das politische Geschehen und können zentrale Hinweise für die mögliche Eskalation eines Konfliktes hin zum Krieg sein.

Feindbilder können gezielt hergestellt werden, um eigene politische, wirtschaftliche und militärische Handlungen gegenüber der eigenen Bevölkerung und/oder dem Ausland durchzusetzen und zu legitimieren. Sie können verwendet werden um öffentliche Meinung zu manipulieren, Kriegshandlungen und Aufrüstungsschritte zu rechtfertigen oder die eigene Gesellschaft zu stabilisieren, indem sie von relevanten Problemen ablenken.

Strategien zur Reduktion von Feindbildern können sein:

  • Kontaktaufnahme
  • Wiederaufnahme einer angemessenen Informationsverarbeitung
  • gemeinsame Aufgaben und Problemlösungen
  • Wechsel der Bezugsgruppen  (red)

Quellen, Links und Lesetipps:


Klaus Ahlheim/Bardo Heger (1999): Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Handreichungen für die politische Bildung. Schwalbach: Wochenschau Verlag.

Joe Berghold (2007): Feindbilder und Verständigung. Grundfragen der politischen Psychologie. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften. 

Aenne Ostermann/Hans Nicklas (1984): Vorurteile und Feindbilder. o.O.: Beltz Grüne Reihe.

Gert Sommer/Albert Fuchs (2004): Krieg und Frieden. Handbuch der Konflikt- und Friedenspsychologie. Weinheim/Basel/Berlin: Beltz-Verlag.

http://www.friedenspaedagogik.de/themen/stereotypen_vorurteile_feindbilder (aufgerufen am 5.5. 2010)

Hessische Stiftung für Frieden und Konfliktlösung (aufgerufen am 5.5.. 2010)

Informationsstelle Militarisierung (aufgerufen am 5.5. 2010)

Wissenschaft&Frieden (aufgerufen am 5.5.. 2010)

DVD: Respekt statt Rassismus (2004). Filme für eine Welt/Bildungssteller der AG Hilfswerke, Schweiz 2004.
Zu bestellen bei www.baobab.at.

 


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