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Chemische Waffen

Chemische Waffen sind jede Art von Waffen, die giftige Gase oder Flüssigkeiten enthalten. Sie greifen den Organismus des Menschen an, reizen oder schädigen Nerven, Haut und Lungen, Augen, Nase und Rachen und haben eine vergiftende, ätzende, reizende, erstickende oder nervenschädigende Wirkung beim Menschen. Chemische Waffen gehören zu den billigsten Methoden, GegnerInnen kampfunfähig zu machen. Seit 1997 gibt es durch die Chemiewaffenkonvention ein Verbot von Entwicklung, Herstellung und Lagerung chemischer Kampfstoffe.

Zum Beispiel: Irak – Iran

Im Krieg zwischen Irak und Iran von 1980 bis 1988 kam es mehrmals zum Einsatz von chemischen Waffen. Der Konflikt begann 1979 mit der Intervention des Iraks im Nachbarland Iran und endete erst 1988 mit einem Waffenstillstand. 1980 wollte der irakische Diktator Saddam Hussein die iranische Erdölprovinz Khuzestan erobern, um die Vorherrschaft im Mittleren Osten zu erlangen, und marschierte mit der irakischen Armee im Iran ein. Der Konflikt dieser beiden Staaten wird auch als der "Erste Golfkrieg" bezeichnet.

Im März 1984 kam es im Krieg zwischen Irak und Iran zum zweiten Mal zum Einsatz von chemischen Waffen, wobei 600 iranische Soldaten verletzt wurden. Es handelte sich um satellitengesteuerte Bomben mit Senf- und Nervengas.

Gegen Ende des Ersten Golfkrieges im Jahre 1988 setzten irakische Soldaten, von Hubschraubern und Flugzeugen aus, unterschiedliche Kampfstoffe, darunter auch chemische Waffen wie Blausäure und Tabun (Nervengas) gegen die kurdische Stadt Halabdscha ein. 5.000 Menschen wurden getötet. Die meisten von ihnen waren Frauen, Kinder und alte Menschen. Zwischen 7.000 und 10.000 Menschen starben an den Spätfolgen der chemischen Gase (Nervenlähmungen, Hautkrankheiten, Tumorbildungen, Lungenschäden und Fehlgeburten).

Es gab einen weiteren Angriff auf die iranische Stadt Sardasht, über den jedoch in den Medien kaum Bericht erstattet wurde. Der damalige irakische General Ali Hasan al-Madschid meinte, die BewohnerInnen der Dörfer müssen dafür bestraft werden, dass sie das Eindringen der iranischen Soldaten nicht verhindert hätten.

Die Chemiewaffenkonvention ist mit 188 Mitgliedsstaaten das wichtigste Abrüstungsabkommen weltweit. Ihr Ziel ist die Vernichtung aller noch vorhandenen Chemiewaffen und aller Anlagen zu deren Erzeugung in der ganzen Welt. Eine eigene Organisation mit Sitz in Den Haag überwacht die Einhaltung der Konvention (red).

Quellen und Links:

Wikipedia: Chemische Waffe; Bearbeitungsstand: 26.12.2007, 23:09 UTC (abgerufen am 04.01.2010)

Znet, Scahill Jeremy: Der Saddam in Rumsfelds Wandschrank; Bearbeitungsstand: 02.10.2002 (abgerufen am 04.01.2010)

Wikipedia: Giftgasangriff auf Halabdscha; Bearbeitungsstand: 22.11.2007, 04:46 UTC (abgerufen am 04.01.2010)

Telepolis, Rötzer Florian: Das schmutzige Geschäft der Politik; Bearbeitungsstand: 25.12.2003. (abgerufen am 04.01.2010)

Chemiewaffenkonvention CWC (abgerufen am 5.1.2010)

Bild: Wiki creative commons


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