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Schreibwerkstatt Israel/Palästina – The Wall

Dieser Text entstand im Rahmen des Schulprojektes "WhyWar.at - Israel/Palästina" im Sommersemster 2010 und wurde von folgenden SchülerInnen gestaltet: Semiramis Mayrhofer, Angelika Odörfer, Marlene Speigner, Miriam Wimmer, u.a.

Begleitung und Bearbeitung: Redaktionsteam WhyWar.at

Im Sommersemester 2010 haben sich SchülerInnen aus vier verschiedenen Salzburger Schulen gemeinsam literarisch mit dem Konflikt in Israel/Palästina auseinandergesetzt.

Mit Begleitung des Salzburger Schriftstellers Robert Kleindienst haben die Teilnehmenden ihre Gedanken zur Mauer, die die Grenze zwischen Palästina und Israel gut sichtbar markiert, in Wort und Schrift ausgedrückt. Vor allem der Frage „Was symbolisiert die Mauer und wie wirkt sie?" ging man in der Gruppe intensiv nach. Dabei wurde auch versucht, sich in die Situation jener hineinzuversetzen, deren Alltag durch diese Abtrennung bestimmt ist - auf beiden Seiten. Abschließend hatten alle die Möglichkeit, ihre persönlichen Nachrichten zu verfassen, welche sie gerne auf der Mauer als Botschaft hinterlassen würden.

Texte aus der Schreibwerkstatt 2010

Situation am Checkpoint aus vier Perspektiven

Palästinensischer Bauer
Diese Hitze! Wie soll man sich da konzentrieren?! Eigentlich dürfte ich auf meine Jahre gar nicht mehr in diese Situation kommen. Vorgestellt habe ich mir meine Zukunft jedenfalls anders. Früher, als ich noch glücklich mit meiner Frau und meinen drei Kindern leben konnte. Ich habe das Feld bestellt, meine Frau hat gekocht, meine Kinder waren glücklich. Ich weiß nicht, warum Allah uns diese Strafe auferlegt hat. Meine zwei Söhne wurden bei einem Bombenangriff getötet, meine Frau starb vor Kummer. Ich habe sie verloren und unser Hof und Land wurden wegen der Mauer zerstört, welche uns dann von unseren Freunden und Nachbarn trennte.
Mein einziger Antrieb ist meine Tochter. Für sie möchte ich eine neue Zukunft schaffen. Mein Bruder hat noch Land. Er lebt drei Kilometer von hier, aber das Problem ist, durch den Checkpoint zu kommen. Wenn wir das nicht schaffen... - ich weiß nicht, was dann kommt.
Wir sind dran. Das Geschrei des einen Soldaten ist anstrengend. Ich bin müde. Der zweite steht daneben mit seiner Waffe. Ich hasse diese Männer und eigentlich glaube ich nicht an unser Durchkommen. Ich glaube nicht mehr an meinen Lebenssinn. Der Idiot sollte meinen Kofferraumdeckel nicht so fest zuschlagen. Und wieder Geschrei. Im Rückspiegel sehe ich meine Tochter. Wie gerne würde ich sie glücklich machen. Ein Gewehrknauf in meinem Gesicht. Der Soldat herrscht mich an und ich weiß, wir müssen zurück. Ich sehe die Tränen in den Augen meiner Tochter.


Tochter des Bauern
Die Sonne brennt auf unseren alten VW. Ich bin müde und will nicht mehr durch diesen doofen Checkpoint. Achteinhalb Stunden. Haben wir nicht lange genug gewartet?! Ach, eigentlich will ich doch gar nicht weg. Hey, endlich geht es mal wieder weiter. Die Augen meines Vaters sind müde. Ob er noch Hoffnung hat? Hab ich noch Hoffnung? Boah, ich will raus aus diesem doofen heißen Land! Die Israelis haben doch keine Ahnung, wie die Welt überhaupt aussieht. Ich hasse sie. Ich hab die Schnauze voll von allem! Der Motor läuft wieder. Soll ich mich jetzt freuen? Die Autos glänzen so schön in der Sonne. Das mochte ich schon immer. Hey, der Soldat da draußen sieht gar nicht so anders aus. Er hat ja auch ein Gesicht. Oh ja, ihm ist auch sehr heiß. Das steht ihm. Der Soldat muss sehr jung sein und ich glaube kaum, dass ihm das Spaß macht, so wie er in die Luft starrt. Der ist echt lieb. Oh Gott, er schaut rüber! Wow, er hat echt schöne Augen. Das Auto wendet. Nein, warum? Ich will mit ihm reden. Warum geht das nicht? Herr Gott nochmal, das kann doch nicht sein. Ich weine schon wieder. In welcher Welt lebe ich?


Israelischer Soldat
Ein weiterer Tag am Checkpoint. Die Sonne knallt herunter und wieder einmal über die viel zu heiße Uniform. Die Kontrolle der Autos wird zur Routine. Nur noch eine Woche, drei Tage und der viel zu lange Militärdienst wird endlich vorbei sein. Endlich. Heimkehren. Schon jetzt kann ich mir das Gesicht meines patriotischen Vaters vorstellen. Wie er mit auf die Schulter klopft und mich mit seinem Stolz überlädt. Am meisten freue ich mich jedoch darauf, meine Freunde wieder zu sehen. Doch werden wir alle so sein können wie früher? Nächstes Auto... Ein karminroter VW fährt vor. Ich mache mich bereit für den Notfall. Meine Haltung ist angespannt, mein Blick schweift über die Insassen des Wagens und bleibt an einer jungen Muslimin hängen. Für einen kurzen Moment mustere ich sie. Eine schöne Frau. Doch durch die Kontrolle werden sie es nicht schaffen. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem ihnen ihre Hoffnung genommen wird. Ich kann mir verschiedenste Situationen mit dem Mädchen vorstellen. Momente, in denen wir wie ganz normale Menschen zusammen sitzen könnten. So sehr ich es mir jedoch wünsche, das System hält uns beide gefangen. Eine Lösung scheint noch nicht in Sicht. Schon dreht das Auto, wird kleiner und kleiner, verschwindet als Punkt in der Landschaft.


Jüdischer Siedler
Es ist 15:43 Uhr. Ich trete auf meinen Balkon hinaus. Mit frischem Hemd. Mein drittes heute schon. Temperatur 36°C im Schatten, ja logisch, die drei Hemden! Enorm die Temperatur. Wie ist der Luftdruck? Die Pflanzen auf dem Balkon wachsen schnell. Nur der Zitronenbaum schaut durstig aus. Ist schon wieder Zeit zum Düngen. Ich muss auf den Kalender schauen. Ich müsste es aufgeschrieben haben, oder? Ich lehne mich auf die Brüstung. Eine kaum merkbare Brise streicht meine Stirn. Den Schweiß merke ich um so mehr. Affenhitze. Mein Blick fällt auf den Checkpoint unten an der Straße. Zwei Soldaten. Junge Kerle. Ich war auch mal jung. Ein alter, karminroter VW, schätzungsweise Baujahr 1978, rollt vor. Ich sollte echt die Pflanzen gießen. Abends. Es ist zu heiß jetzt. Die Soldaten beginnen die Kontrolle. Schwitzen sie auch so sehr? Die Sonne beginnt zu sinken, ohne dass man es merkt. Die Menschen beim Auto reden. Jeden Tag das Gleiche. Wie lange eigentlich schon? Wie die Zeit vergeht! Enorm...Ich muss unbedingt Hemden waschen bei dem Verbrauch. Kein Wunder bei der Hitze. Das Auto macht kehrt. Schnell gegangen. Da endete wohl eine Reise. Ekelhafte Gleichgültigkeit. Es ist 15:48 Uhr. Die Soldaten treten zurück, das nächste Auto rollt vor. Wieder ein VW, dunkelblau, ziemlich sauber, Baujahr 2002. Chic. Es ist so heiß. War es je so warm um diese Jahreszeit? Ich hab Sorgen.

Verfasst von Semiramis Mayrhofer, Angelika Odörfer, Marlene Speigner, Miriam Wimmer


Mauerbotschaften

´89

We live in peace
♥ Yasemin & Katarina ♥

Warum diese Mauer?
Why this wall?
Почему эту стену?
Pourquoi le mur?

Peace.Frieden.Mir.Pace.Pax.Selamin Aleyküm.Shalom...
Much words same meaning

!Die Mauer muss fallen, es gibt keinen Umweg um sie!

Bitte Mauer hier abreißen. All men are created equal. Please tear down here

Reißt mich ab!


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