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Kriegswirtschaft

Friede gefährdet Arbeitsplätze. (Klaus Staeck, satirischer Plakatemaler)

Am Beispiel: Hyperinflation und Arbeitslosigkeit nach dem 1. Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg – häufig als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet – wurde etwa vier Jahre lang von 25 Staaten und deren Kolonien, in welchen insgesamt etwa 1,35 Milliarden Menschen lebten (das entspricht etwa 3/4 der damaligen Weltbevölkerung), geführt und forderte fast zehn Millionen Tote.

Durch die enormen Kriegskosten, welche von fast allen kriegsbeteiligten Nationen vor allem mit einer erhöhten Bargeldmenge getragen wurden, und durch den geringeren kriegsbedingten Warenfluss im Land kam es in allen Staaten nach dem Krieg zu großen Schüben von Geldentwertung. Ein US-Dollar, der 1914 noch etwas mehr als vier Mark wert war, kostete im November 1923 mehr als vier Billionen Mark.

Es kommt daraufhin zwar zu einer Stabilisierung der Währung und der Wirtschaft, der sanfte Aufschwung wird aber abrupt im Jahr 1929 beendet, als die Kurse an der New Yorker Wallstreet zusammenbrechen. Dafür können mehrere Gründe aufgeführt werden: Die Nahrungsmittellieferungen an die Entente entfallen nach dem Krieg, weshalb viele Farmer in den USA verarmen und selbst nicht mehr konsumieren können.

Die enorme Inflation führt zu einem Kaufkraftverlust, der Absatz sinkt und die Arbeitslosigkeit steigt. Die USA ziehen ihre Investitionen und Kredite zum Wiederaufbau aus Europa ab und bewirken damit eine ähnliche Entwicklung in den europäischen Staaten, wo ebenso sprunghaft die Arbeitslosigkeit ansteigt.

Die Zahlen steigen in bis dahin unvorstellbare Höhen. In Deutschland allein sind etwa 6 Millionen Menschen ohne Arbeit. In Österreich sind es zu dieser Zeit etwa 600.000. Eine bedrohliche Situation, die letztlich mit eine Rolle in der Entwicklung und dem Aufkeimen des Nationalsozialismus sowie anderer Faschismen in ganz Europa gespielt hat. (red)

Links und Lesetipps

Ursachen der Inflation – www.kamusella.de/luise/schule/geschichte/inflation/ursachen.html 

The Great Depression – www.english.uiuc.edu/maps/depression/depression.htm

Quelle

projects.brg-schoren.ac.at/Nationalsozialismus/krisen.html

Bildquelle: The Library of Congress

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